1999: Wechsel zu Williams
Zur Saison 1999 wechselte Ralf Schumacher von Jordan zum Williams-Team. Dort fuhr er neben dem zweifachen CART-Champion und Formel 1-Rückkehrer Alessandro Zanardi aus Italien. In der Saison 1999 fuhren die Williams noch mit den alten Renault-Motoren, die von der französischen Firma Supertec überarbeitet wurden. Der Saisonauftakt verlief für Ralf Schumacher trotz des alten und nicht ganz so leistungsstarken Motors sehr gut. Er belegte hinter Eddie Irvine, dem Auftaktsieger und dem zweitplazierten Heinz-Harald Frentzen den dritten Rang. Im Jahr 2000 wurde BMW Partner von Williams.
2000: Neuer Partner BMW
Mit neuem BMW V10-Motor und optimierten Stärken des Vorgänger-Chassis in die vierte Formel-1-Saison: Der FW22 bescherte Ralf Schumacher ein überaus erfolgreiches Jahr. Fünfter in der Fahrerwertung, Dritter in der Konstrukteurswertung mit BMW Williams - das war zu Beginn der Saison nicht unbedingt zu erwarten. Drei dritte Plätze (in Melbourne, Spa und Monza), aber auch sechs Ausfälle waren die Hoch- und Tiefpunkte der Millenniumssaison. Eine Schrecksekunde mussten die Fans beim Grand Prix von Monaco überstehen. Auf dem Stadtkurs prallte Ralf in der Ste. Devote-Kurve in die Leitplanke, zog sich aber nur eine Schnittwunde am linken Unterschenkel zu. Ohne größere Trainingspause ging's ins nächste Rennen.
Zuversichtlich blickt Ralf in die Zukunft: Der Vorsprung zu den Top-Teams Ferrari und McLaren-Mercedes soll weiter verringert werden. Einige Experten handeln Ralf sogar schon als zukünftigen Weltmeister. Vielleicht spornt der neue Konkurrent Juan Pablo Montoya, der an Stelle von Jenson Button ins BMW Williams-Team rückt, "Schumi II" zu neuen Höchstleistungen an?
2001: Erster Grand-Prix-Sieg
Ralf Schumacher startete mit einem komplett neuen Motor, dem P80, einem neuen Chassis, dem FW23, einem neuen Teamkollegen und dem neuen Reifenpartner Michelin in die Saison 2001. Beste Voraussetzungen also, um die beiden Topteams Ferrari und McLaren-Mercedes etwas zu ärgern. Zu Saisonbeginn machten jedoch Auffahrunfälle Ralf bei der Jagd auf Grand-Prix-Siege einen Strich durch die Rechnung. In Imola rollte er, genau wie Juan Pablo Montoya, im freien Training mit der Aufschrift "Keep your Distance" am Heckflügel aus der Box. Und tatsächlich: Die Unfallserie mit der Aufforderung zum Abstand halten, endete - und zwar mit einem Paukenschlag.
In seinem 70. Grand Prix war es nämlich soweit: Ralf Schumacher errang seinen ersten Formel-1-Sieg und trat damit endgültig aus dem Schatten seines älteren Bruders. Am 15. April in Imola hatte er beim Start beide McLaren ausbeschleunigt, war in Führung gegangen und hatte souverän gewonnen. Eine reife Leistung. In seiner bisher erfolgreichsten Formel-1-Saison siegte er nach Imola auch noch in Montreal und in Hockenheim. In Magny-Cours erzielte er an seinem 26. Geburtstag die erste Pole Position in der Karriere der Partnerschaft des BMW WilliamsF1 Teams. Ralf schlug seinen Bruder um eine Hundertstelsekunde. Auch fünf Rundenrekorde gehören zu seiner Saisonbilanz. Doch zunächst brachten Spanien, Österreich und Monaco Ausfälle für Ralf:
Beim GP von Belgien machte Ralf vor allem mit einem kuriosen Zwischenfall auf sich aufmerksam. Als sich das Fahrerfeld auf den Weg zur dritten(!) Einführungsrunde machte, stand Ralfs Auto aufgebockt in der ersten Startreihe. Aber Ralf wurde nicht etwa vergessen. Wegen einer Beschädigung musste der Heckflügel ausgetauscht werden. Und diese Arbeit wurde nicht rechtzeitig abgeschlossen. Die Alternative wäre gewesen, trotz des Kommandos, die Startaufstellung zu räumen, weiterzuarbeiten, die Sicherheit der Mechaniker zu gefährden und eine Zeitstrafe hinzunehmen. Ralf wurde in Belgien schließlich noch Siebter.
Nach der Halbzeit lief es insgesamt nicht so rund für Ralf. Selbstkritisch gesteht er ein nicht immer das Beste aus meinen Möglichkeiten gemacht zu haben. Das Eingeständnis ist gleichermaßen eine Kampfansage für 2002. "Das Team ist soweit, an der Spitze kämpfen zu können, also müssen wir das auch umsetzen."